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Bild: Inna rempel

Was wir daraus folgern

Viel, aber nicht alles geschafft

„Wir haben ja viel mehr umgesetzt, als ich gedacht hatte“, so der erstaunte Ausruf der 25-jährigen Kirchenvorsteherin Meike Andresen. „Ja, aber unser Ziel, eine neue Jugendgruppe zu gründen, das haben wir nicht geschafft“, antwortet ihr Kollege Peter Schulze.  

8.2

Die Pastorin greift den kurzen Dialog auf: „Dann lasst uns doch mal genau hinschauen, vielleicht hat das ja einen guten Grund und wir sollten noch mal neu überlegen, damit wir wissen, was das künftig für uns bedeutet.“ Auf seiner Klausursitzung beschäftigt sich daraufhin der Kirchenvorstand mit einer Bilanzierung der Arbeit des letzten Jahres.

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8.1

Konsequenzen und Veränderungen

Wer Ziele kontrolliert, wird manchmal feststellen, dass ein Teil davon nicht erreicht wurde. Das kann gute Gründe haben. Die Ausgangssituation wurde nicht genügend berücksichtigt, zum Beispiel eine Zielgruppe in den Mittelpunkt gestellt, die in der Gemeinde kaum noch vorhanden ist. Oder der Zeitplan war einfach zu ehrgeizig. Manchmal liegt es auch daran, dass das Ziel selbst zu vage blieb und keine Verantwortlichkeiten benannt wurden.

Es ist daher sinnvoll, nach der genauen Erhebung der erreichten Ergebnisse, gemeinsam zu überlegen, welche Schlussfolgerungen der Kirchenvorstand aus Abweichungen zieht: Ist das Ziel weiterhin sinnvoll, nur die eingeleiteten Maßnahmen haben nicht gepasst? Wurden die eigenen Kräfte überschätzt, so dass der Zeitlauf neu zu bedenken ist? Passt das Ziel überhaupt nicht zur Situation der Gemeinde und ist grundsätzlich zu bedenken?

Auch bei erreichten Zielen stellt sich die Frage der Konsequenzen: Wie soll nun an dem Thema weitergearbeitet werden? Wer übernimmt dafür künftig Verantwortung? Oder ist das Erreichte so stabil, dass die nächsten Schritte delegiert werden können? Ist nun schon genügend Energie im Gremium, um ein neues Vorhaben aufzugreifen?
Es geht hier also um eine sehr genaue Bewertung und die daraus zu folgernden Konsequenzen für die Kirchengemeinde und die Gemeindeleitung. Eine dankbare Aufgabe, denn wer sich ihr stellt, sorgt dafür, dass die gute Energie der Menschen nicht einfach verpufft.